| Das Geheimnis ist
gelüftet Die Calmontrosen stammen aus dem Kloster Stuben. Mehr
als 100 Jahre ist es her, dass eine Bremmer
Familie den Rosen im Calmont einen Platz zum
Überleben gab. Dort überstanden sie Hitze,
Trockenheit und zahlreiche Überschüttungen von
eingefallenen Trockenmauern. Dabei gelten Rosen
als mitunter sehr empfindliche Pflanzen.
Welche Rose ist so robust, das besondere Klima
im Calmont auszuhalten?
Das wollte der Förderverein Calmont-Region
wissen. Man liess im Frühsommer 2004 einen
Rosenspezialist aus Bad Nauheim in den Calmont
kommen. Jürgen Weihrauch ist Mitglied in einer
Vereinigung von Rosenfreunden, die sich weltweit
um alte Rosensorten kümmert.
Er stellte fest, dass es sich bei den
Calmontrosen um die älteste kultivierte Rose
handelt, die ursprünglich in Zentralasien wild
wuchs. Sie wurde zuerst von Persern und Ägyptern
angebaut und später an Griechen und Römer
weiter gegeben. Der Römer Plinius hat sie im
Jahre 79 beschrieben. In Frankreich wurde sie im
Mittelalter in großem Stil kultiviert, daher
kommt sicher auch der lateinische Name rosa
gallica officinalis. Etwa um 1500 soll sie
nach Deutschland gekommen sein. Sie ist die
Stammmutter der alten Gartenrose und zeichnet
sich durch Gesundheit und Winterhärte aus. Bei
uns heißt sie Apothekerrose. Die stark duftenden
Blütenblätter wurden frisch und getrocknet für
Heilzwecke verwendet. Rosenwasser für die
Schönheitspflege, Rosenessig gegen manches
Leiden, Rosenöl als Basis für Parfüm - die
Produktpalette war riesig. Später wurde sie
zusammen mit roten Weintrauben gepflanzt und
diente auch als Mehltauanzeiger. Rote Trauben
wurden vor der Verordnung des Kurfürsten Clemens
Wenzeslaus im Jahre 1784, die den Rieslinganbau
forcierte, häufiger an der Mosel angebaut.
Die Calmontrosen gehörten früher zum Bestand
des Klostergartens von Stuben. Der Förderverein
Calmont-Region sieht in Ihnen eine Chance, der
ganzen Region ein Stück besonderer Identität zu
geben.
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